Was bedeutet eigentlich Enterprise Recycling?

Bei dem Begriff Enterprise Recycling in Verbindung mit dem grünen Blatt unseres Logos, denkt man vermutlich schnell daran, dass es sich hierbei um die Wiederverwertung von Unternehmensabfällen handeln könnte.

Im Grunde ist dieser Gedanke auch richtig. Um den Begriff in unserem Sinne allerdings gänzlich verstehen zu können, muss man ihn aus einer etwas höheren Abstraktionsebene betrachten.

 

Unternehmensabfälle, oder besser: Wertstoffe

Ein Unternehmen produziert tatsächlich eine Menge Abfälle, oder hoffentlich besser Wertstoffe, die durch Recycling wieder dem Wertstoff- und Wirtschaftskreislauf zugeführt werden.

Diese Verfahrensweise trifft jedoch nicht nur auf den Bereich der Gebrauchs- und Verbrauchsstoffe im Unternehmen zu, sondern auch auf andere Arten von Ressourcen, die ebenfalls wertvoll sind, aber im Allgemeinen weniger Würdigung erfahren.

 

Der Wert von „Humanressourcen“

Wie an anderen Stellen schon mehrfach erwähnt, tendiert die Betriebswirtschaft oftmals dazu, den Faktor Mensch aus Modellen zu eliminieren. Der ist nämlich nicht so plan- und berechenbar und verhält sich eigentlich nie genau so, wie man es für das Modell am besten benötigt. Man spricht daher von „Humanressourcen“, oder „FTEs“ (FullTime Equivalents), um ein komplexes Gebilde, zumindest durch abstrahierte Kunstworte, irgendwie berechenbarer erscheinen zu lassen.

Dadurch wird die Illusion erzeugt, Menschen seien für ein Unternehmen ebenso leicht austauschbar, wie eine Schraube oder andere Produkte, ohne dass ein Wertverlust eintritt. Jeder ist ja schließlich ersetzbar.

Das ist auch richtig, nur steht eben auch die Frage im Raum: „Zu welchem Preis?“

 

Enterprise Recycling und Menschen

Nun sind Menschen aber Individuen, deshalb immer verschieden und schon gar nicht standardisiert oder gar standardisierbar, wie es durch das Generieren realitätsferner Begrifflichkeiten versucht wird. Jeder Versuch dies zu tun ist zum Scheitern verurteilt.

Unsere Erfahrung zeigt, dass die Performance der Menschen weniger davon abhängt, welche Ausbildung sie genossen haben oder, was genau sie studiert haben, sondern davon, ob sie einen Job ausführen, der ihren individuellen Talenten und Fähigkeiten entspricht.

Damit glauben wir nicht, dass Ausbildung unwichtig ist, im Gegenteil, Bildung ist zentral und sollte integraler und kontinuierlicher Teil der Entwicklung eines jeden Menschen sein und bleiben. Aber das ist die Pflicht.

Die Kür beginnt dort, zu erkennen, was die individuellen Potenziale dieser Menschen sind und an welcher Stelle sie am besten eingesetzt werden sollten. Wir gehen sogar noch einen Schritt weiter: will ein Unternehmen Nutznießer der Potenziale eines Menschen werden, dann muss das Unternehmen diesem Individuum ein Umfeld schaffen, das dessen Fähigkeiten und Potenziale optimal unterstützt.

 

Das System muss den Menschen tragen, nicht der Mensch das System!

Die Herausforderung zukünftigen Unternehmertums liegt also darin, die wirklichen Potenziale der Menschen zu erkennen, das passende Umfeld zu erschaffen und nicht nach Menschen und Kandidaten zu suchen, die sich ich ein gegebenes System am problemlosesten einordnen lassen.

Enterprise Recycling bedeutet also vor allem auch das Vorhandene im Unternehmen umzugestalten und ihm eine passendere Verwendung zuzuteilen. Das heißt, Personen neigungsspezifischer einzusetzen und Prozesse im Sinne der beteiligten Individuen zu verändern.

 

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Managing Director at roqsta digital transformation experts

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